Teilnahmebedingungen Projektbewerb „CALL4Europe“

Der Projektbewerb richtet sich an Projekte, die auf der Crowdfunding-Plattform www.respekt.net ihre Finanzierung suchen. Es gelten daher die Nutzungsbedingungen der Plattform. Die besonderen Teilnahmebedingungen des Projektbewerbs „CALL4Europe“ gehen den Nutzungsbedingungen vor, so sie widersprechende Regelungen oder keine der nachfolgenden Regelungen aufweisen.

Hintergrund der Idee „CALL4Europe“

Europa ist an einer Weggabelung in Hinblick auf die Zukunft des Wohlfahrtsstaats und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit angelangt. Große Mitgliedsländer der Europäischen Union sind nicht in der Lage die Beschäftigung junger Menschen in einer zufrieden stellenden Form zu organisieren. Arbeitslosenraten unter Jugendlichen bis 25 Jahren erreichen in manchen Ländern bereits 30 bis 50%. Es kündigt sich eine verlorene Generation junger Menschen an, wenn nicht wirksame Schritte für Jugendbeschäftigung gesetzt werden. Auf der einen Seite wird Europa als der „kranke Patient“ beschrieben und auf der anderen Seite wollen hunderttausende Menschen in die Europäische Union migrieren. Europa bietet seit vielen Jahrzehnten ein friedliches Entwicklungsmodell, das sehr attraktiv ist. Aber Europa findet zu keiner gemeinsamen Strategie die neue Realität als Einwanderungskontinent konstruktiv zu nutzen. Die Sozialsysteme können ohne Zuwanderung nicht aufrecht erhalten werden. Europa altert vor sich hin. Junge Leute wandern aus den zahlreichen Konfliktherden der Welt ein. Wie soll Europa mit den nicht-demokratischen Staaten politisch und wirtschaftlich umgehen?

Europa leidet unter einer zu geringen politischen und wirtschaftlichen Koordination. Nur 1% der Wirtschaftsleistung wird über das EU-Budget verteilt und davon wiederum ein großer Block ausschließlich für die Landwirtschaft. Die Nationalstaaten dominieren auch nach 50 Jahren europäischer Integration die Europäische Union. Ein Wiedererstarken nationalistischer Strömungen und Parteien bedroht Wachstum und Entwicklung in Europa, weil wichtige Gemeinschaftsleistungen der EU verhindert werden. Warum führen die US in den Schlüsselsektoren IT und Internet-Technologie? Apple, Google, Facebook und viele weitere US-Firmen dominieren die Innovationsindustrien. Ein „zweites Maschinenzeitalter“ wird in Aussicht gestellt. Ist Europa in der Lage die Innovationskraft parallel zu den Annehmlichkeiten des Wohlfahrtsstaates zu erhöhen, wenn nationalistische Strömungen die europaweite Zusammenarbeit be- oder gar verhindern? Viele Fragen, die Antworten suchen.

Zielsetzung und Zielgruppen des „CALL4 Europe“

Junge Menschen, Erwachsene, lose Gruppen als auch Vereine und Organisationen sind eingeladen, um Ideen einzubringen wie Europa die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen meistern soll. Der „CALL4Europe“ soll das Thema der europäischen Herausforderungen einem breiteren Publikum in Österreich und in den Nachbarländern näher bringen. Der Projektwettbewerb wird in Deutsch und Englisch durchgeführt. 

Welche Projekte dürfen teilnehmen?

Neue Projekte, die sich mit nachfolgenden Themen beschäftigen:

  • Wie soll Europa auf die Herausforderungen der Globalisierung antworten?
    Zu diesen Herausforderungen zählen im Sinne dieses Calls zum Beispiel der globale Wettbewerb und neue Regelwerke wie TTIP, die aufgehende Schere zwischen Arm und Reich, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und generell die Jugendchancen, Finanzierung der Sozialsysteme, Kriegshandlungen und Flüchtlingsströme, Armutsmigration, Terrorgefahr und Einschränkungen der Grundrechte sowie europäische Friedenspolitik.

  • Wie soll Europa die Überalterung seiner Gesellschaft meistern?
    Zu diesem Thema passen zum Beispiel Projekte, die sich mit der These der Überalterung, mit der Zuwanderungspolitik, mit der Finanzierung von Sozial- und im Besonderen von Pensionssystemen oder mit neuen Formen des Zusammenlebens der Generationen beschäftigen.

  • Wie können die politischen Einrichtungen in Europa und in der EU verbessert werden?
    In diesem Bereich erwarten wir zum Beispiel Projekte zu zivilgesellschaftlichem Engagement, zu mehr Transparenz und politischer Mitsprache, zur Verbesserten politischen Information der Bürger, zur Weiterentwicklung der Institutionen der EU oder zur Verteidigung der demokratischen Grundrechte in Europa.

  • Wie kann die Öffentlichkeit über eine Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Staaten wie China, Russland oder die arabischen Länder informiert werden, welche die Europäischen Werte nicht aufgibt?
    Bei diesem Thema geht es zum Beispiel um die Beziehungen Europas zu weniger oder nicht-demokratischen Ländern im globalen Wettbewerb, um die Abklärung der sogenannten „Europäischen Werte“ und um Projekte, die sich mit internationalem Dialog oder mit den universellen Menschenrechten beschäftigen.

  • Wie kann Innovation so gefördert werden, dass Europa bei neuen Technologien verstärkt Spitzenreiter wird?
    Dazu gehören zum Beispiel Projekte, die sich mit dem Wesen von Innovation beschäftigen, mit Innovationspolitik, mit Voraussetzungen von Innovation, mit der Verbreitung von Innovationen oder mit internationalen Vergleichen von Rahmenbedingungen für Innovationen oder neue Technologien.

Es werden ausschließlich neue Projekte akzeptiert. Zugelassen sind Projekttypen wie zum Beispiel: jede Form der zivilgesellschaftlichen Aktion, Diskussionsveranstaltungen oder Symposien, Ausstellungen, Zeitungen, Zeitschriften, Filme, Videos, Events, Theater, Fotos, Internet-Plattformen oder auch wissenschaftliche Studien.

Alle Projekte müssen…

  • die obigen Themen entweder direkt behandeln oder etwaige Auswirkungen der obigen Herausforderungen.
  • einen Einfluss auf die öffentliche Meinung oder auf größere Bevölkerungsgruppen nehmen indem sie Informationen und Daten zu obigen Themen bereitstellen oder in anderer Form für diese Themen Aufmerksamkeit schaffen.
  • über mehr als 3 Personen im Projektkernteam verfügen.
  • neue Projekte sein (Umsetzung des Projekts hat noch nicht begonnen).
  • auf der Crowdfunding-Plattform www.respekt.net zur Finanzierung eingereicht werden.
  • alle Mindestanfordernisse von www.respekt.net (siehe <media 1688 _blank - "TEXT, Respekt.net-Nutzungsbedingungen, Respekt.net-Nutzungsbedingungen.pdf, 304 KB">Nutzungsbedingungen der Crowdfunding-Plattform Respekt.net</media>) und die Projektbedingungen des CALL4Europe erfüllen.
  • als Projektsprache Deutsch oder Englisch haben. Deutsche Projekte müssen auch in englischer Übersetzung eingereicht werden. Damit soll eine europaweite Zugänglichkeit aller Projekte sicher gestellt werden.
  • ein Projektbudget (Zielbudget) von max. EUR 40.000 haben, da die maximale Verdopplungsspende bei 20.000 Euro liegt. Höhere Projektmittel müssen durch Eigenmittel oder Förderungen abgedeckt sein.
  • bis spätestens 18. Oktober 2015 auf der Crowdfunding-Plattform www.respekt.net zur Finanzierung eingereicht haben.
  • bis 16. Dezember 2016 einen Projektabschlussbericht in Englisch erstellen. Deutschsprachige Projekte müssen neben dem deutschsprachigen Abschlussbericht jedenfalls auch einen Abschlussbericht in Englisch erstellen.

Welche Projekte sind NICHT zugelassen?

  • Parteipolitische Kampagnen
  • Projekte mit dem Ziel der direkten Einflussnahme auf Gesetzgebungsorgane, Regierungsstellen oder Entscheidungsprozesse von Regierungen (Lobbying). Dazu zählen alle Kampagnen, die von Interessensverbänden wie etwa einer Industrieellenvereinigung oder einer Arbeiterkammer durchgeführt werden.
  • Projekte, die Teil einer staatlichen Einrichtung oder eines staatlichen Programms sind.
  • Projekte, die von gewinnorientierten Unternehmungen durchgeführt werden.
  • Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie Forschungseinrichtungen sind auch dann zugelassen, wenn sie Teil einer staatlichen oder privaten Einrichtung sind.

Wer darf Projekte einreichen?

  • Natürliche Personen oder lose Gruppen mit Wohnsitz in der EU
  • Vereine und gemeinnützige Firmen, die innerhalb der EU registriert sind.
  • Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie Forschungseinrichtungen

Alle Teilnehmer müssen ihre Identität mit gültigen Dokumenten (Personalausweis und Melde­nachweis, Vereins- oder Firmenregisterauszug) nachweisen können.

Wer darf NICHT einreichen?

  • Organisationen, deren primäre Zielsetzung die Einflussnahme von politischen Entscheidungsprozessen oder die Durchführung von parteipolitischen Kampagnen ist. Das umfasst auch alle Lobbying-Einrichtungen sowie Interessensverbände oder Sozialpartnereinrichtungen.
  • Politische Parteien sowie deren Neben- und Vorfeldorganisationen
  • Gewinnorientierte Unternehmungen

Welche Projekte bekommen die Spendenverdopplung (Auswahlverfahren)?

Alle Projekte müssen im ersten Schritt für das Crowdfunding auf www.respekt.net einreichen und die dafür gültigen Anforderungen erfüllen. Wenn sich ein Projekt im Zuge der Einreichung für den Projektbewerb anmeldet, so wird eine gesonderte Prüfung vorgenommen, ob die Projektbedingungen vollständig erfüllt sind. Wenn die Prüfung erfolgreich war, so erhält das Projekt eine zusätzliche Markierung, damit es als Teil des Projektbewerbs erkannt werden kann. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Aufnahme in den Projektbewerb.

Während des ersten Monats der Crowdfunding-Phase wird eine Bewertung der Projekte durch eine Jury vorgenommen. Das Senior Advisory Board von Respekt.net (Dr. Franz Fischler – ehemaliger EU-Kommissar, Dr. Wolfgang Petritsch – ehemaliger Botschafter und Hoher Repräsentant der EU in Bosnien, Franz Karl Prüller – Vorstandsvorsitzender ERSTE Stiftung, Dr. Heide Schmidt – ehemalige Abgeordnete zum Nationalrat und Johannes Voggenhuber – ehemaliger EU-Abgeordneter) bildet die Jury und entscheidet darüber welche Projekte die Verdopplungsspende erhalten. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Zuerkennung einer Spendenverdopplung.

Entscheidungskriterien

Die Entscheidungskriterien sind ein Orientierungsrahmen für die Jury und die Projekteinreicher, aber die Jury hat die letztendliche Entscheidungshoheit.

  • Übereinstimmung mit den vorgegebenen Fragestellungen
  • Inhaltliche Qualität der Projektausarbeitung
  • Zielgruppendefinition
  • Öffentlichkeitswirksamkeit (PR-Kampagne)
  • Kooperationsüberlegungen
  • Gesellschaftspolitischer Impact
  • Europaweite Nutz- oder Übertragbarkeit des Projekts
  • Crowdfunding-Erfolg auf www.respekt.net im ersten Monat
  • Anzahl der mobilisierten Fans auf www.respekt.net

Crowdfunding-Phase

Allen Projekten steht eine zumindest 10-wöchige Crowdfunding-Phase auf www.respekt.net zur Verfügung, um die erforderlichen Projektmittel einzusammeln. Jene Projekte, die eine Spendenverdopplung erhalten, müssen nur 50% der benötigten Mittel einsammeln. Alle anderen Projekte müssen die gesamte Finanzierung während der Crowdfunding-Phase schaffen. Projekte, die nicht erfolgreich sind, scheiden entsprechend dem „Alles oder Nichts“-Prinzip auf www.respekt.net aus. Das Projektbudget kann während der Crowdfunding-Phase nicht mehr verändert werden.

Für Projekte, die eine „Verdopplungsspende“ durch die Jury-Entscheidung erhalten, gelten besondere Regeln für die Finanzierung des verbleibenden 50%-Anteils. Dieser Teil der Finanzierung muss über die Crowd und nicht über öffentliche Einrichtungen oder private Großsponsoren erreicht werden, zumindest mehr als Zweidrittel davon. Auch die Projekt-InitiatorInnen selbst dürfen nicht mehr als ein Drittel der fehlenden Mittel (das sind also maximal 16,6% der Gesamtsumme) einzahlen. Alle Spenden für den 50%-Anteil müssen auf der Crowdfunding-Plattform www.respekt.net gesammelt werden. Anonyme Spenden werden nicht akzeptiert.

Jedes prämierte Projekt, das mindestens seinen 50%-Teil finanzieren kann, erhält auch die “Verdopplungsspende”. Diese beträgt maximal 50% des Zielbudgets. Es gilt auch hier die Regel „Alles oder Nichts“. Nur Projekte, die in der Crowdfunding-Phase erfolgreich ihren 50%-Anteil einsammeln können, erhalten die „Verdopplungsspende“. Wenn ein Projekt beim Crowdfunding scheitert, dann wird die „Verdopplungsspende“ von dem Projekt wieder abgezogen und einem anderen Projekt angeboten. Die Projektspender werden dazu eingeladen ihre Spenden anderen Projekten zur Verfügung zu stellen. Wünschen sie das nicht, wird die Spende an die Spender rücküberwiesen.

Umsetzungsphase & Projektabschluss

Erfolgreich ausfinanzierte Projekte im Rahmen des Projektbewerbs müssen den Projektstart innerhalb eines Monats nach der Nachricht über die Finanzierung starten.

Der Projektschlussbericht muss spätestens am 16. Dezember 2016 in Englisch auf der Crowdfunding-Plattform hochgeladen und per Email an projekte(at)respekt.net geschickt werden. Projekte aus Österreich, Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz müssen auch einen Abschlussbericht in Deutsch erstellen und hochladen. Projekte, welche keinen Abschlussbericht abliefern, müssen die Spenden zurückzahlen. Diese Gelder werden anderen Projekt-InitiatorInnen, die alle Bedingungen des Projektbewerbs „CALL4Europe“ erfüllt haben, angeboten.

Anforderungen an Projektabschlussberichte:

Projekte bis 3.000 Euro Zielbudget

  • Online Abschlussbericht: Kompaktes Beantworten der vorgegebenen Fragestellungen
  • Fotodokumentation: mindestens 4 Fotos
  • Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden.
  • Übersichtliche Kostenaufstellung

Projekte über 3.000 Euro Zielbudget

  • Online Abschlussbericht: Umfassendes Beantworten der vorgegebenen Fragestellungen
  • Umfang : mindestens 1.500 Worte
  • Fotodokumentation: mindestens 10 Fotos
  • Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden.
  • Übersichtliche Kostenaufstellung

Projekte mit mehr als 30.000 Euro Zielbudget

  • Online Abschlussbericht: Umfassendes Beantworten der vorgegebenen Fragestellungen
  • Umfang : mindestens 2.500 Worte
  • Fotodokumentation: mindestens 15 Fotos
  • Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden.
  • Übersichtliche Kostenaufstellung

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